Lernkinesiologie

Leichter Lernen durch Bewegung

Brain-Gym, wörtlich (Gehirngymnastik) ist eine Methode mit einfachen Bewegungsübungen und Aktivitäten zum Auflösen von Lernblockaden und zum Aufbau neuronaler Gehirnvernetzung nach dem Motto „Leichter Lernen durch Bewegung“

Diese Übungen sind für das Lernen ganz allgemein und sind besonders wirksam bei schulischen Lernaufgaben. Sie bilden das Herzstück der Educational Kinesiologie, (Lernkinesiologie)dem pädagogischen Teil der Kinesiologie (griech.: die Lehre von der Bewegung).

Die Edu-Kinestetik ist eine vor über 30 Jahren von Dr. Paul Dennison entwickelte Methode. Er ist Pionier in angewandter Hirnforschung, und Heilpädagoge.

Seine Entdeckung war unter anderem, dass ein Zusammenhang zwischen physischer Entwicklung, Spracherwerb und schulischer Leistung steht.

Angestrebt wird das Lernen durch Bewegung und Lernen mit dem ganzen Gehirn.

Unser Gehirn besteht aus 3 Dimensionen ( links-rechts, hinten-vorn, oben-unten) – Teile, die wechselseitig miteinander in Beziehung stehen und so ein Ganzes bilden. Lernen ist also einfacher, wenn der „Stoff“ auf mehrdimensionale, mehrere Sinne ansprechende Art präsentiert wird.

Das menschliche Gehirn ist ziel- und aufgabenorientiert angelegt. Man kann es

  • in eine linke und eine rechte Gehirnhälfte (Lateralität)
  • in Hinter- und Vorderhirn (Fokussierung) und
  • in Hirnstamm und Kleinhirn (Zentrierung) unterteilen.

Mit Hilfe dieser Unterteilungen kann man die Ansatzpunkte der Brain-gym Übungen besser verstehen.

Übungen in der Lateralität bedeuten das Kreuzen der Mittellinie des Körpers, zum Arbeiten im visuellen Mittelfeld, z.B. lesen, schreiben, Auge-Hand-Koordination usw.. Die Unfähigkeit, die Mittellinie zu kreuzen, führt oft zur Etikettierung als „lerngestört“ oder „dyslektisch“.

Übungen zum Fokussieren unterstützen die Fähigkeit, die „Beteiligungsmittellinie“ zu kreuzen

Schüler die nicht fokussiert sind, sind oft unfähig sich trotz Wissen, mühelos auszudrücken, sie gelten oft als „unaufmerksam“ , „sprachlich zurückgeblieben“, nehmen am Unterrichtsgeschehen nicht aktiv teil, oder gelten als „hyperaktiv“.

Das Zentrieren meint die Fähigkeit, die Trennungslinie zwischen der unteren und der oberen Körperhälfte zu kreuzen: also zwischen dem limbischen System (zuständig für emotionale Botschaften) und dem Großhirn ((Sitz des abstrakten Denkens).

Die Unfähigkeit , zentriert zu bleiben, führt zu irrationaler Furcht, zu Kampf-Fluchtverhalten oder zu der Unfähigkeit, Emotionen zu fühlen oder auszudrücken. In diesem Bereich helfen die Übungen, die den Organismus entspannen und den Lernenden auf Informationsverarbeitung vorbereiten.

Mit Hilfe der einfachen Brain Gym Bewegungen gelingt es, alle Gehirnareale durch ihre enge Verbindung mit den Körperbewegungen, wieder zum funktionieren zu bringen, sozusagen wieder zu aktivieren und Stressfaktoren die das Lernen blockieren wieder aufzulösen. Sie verschaffen den Lernenden Zugang zu denjenigen Teilen des Gehirns, die vorher unzugänglich und blockiert waren. Dadurch wird die Freude am Lernen, Fertigkeiten für Selbstsicherheit und Selbstvertrauen und die Koordination des ganzen Körpers durch Körperwahrnehmung gefördert.

Die Veränderungen in Lernen und Verhalten sind oft prompt und tief greifend.

Alles was wir lernen, vom Krabbeln, Laufen. Sprechen, Sitzen, Stehen, bis zum Halten eines Stiftes, ist abhängig von unserer Fähigkeit unsere Bewegung im Raum und in der Zeit bewusst wahrzunehmen.

Die Grundaussage „Bewegung ist das Tor zum Lernen“ ist die Leitlinie der Lernkinesiologie. Sie bringt die Art und Weise wie die Körperübungen das Lernen unterstützt auf den Punkt. Es geht darum, die für das Lernen notwendigen Bewegungsgrundlagen zu schaffen und bei Bedarf zur Verfügung zu haben. Dann ist Lernen nicht mühsam und anstrengend, sondern gelingt leicht und wirkt anregend.

            Wenn wir eine Aufgabe lösen wollen, dann,,,

–        brauchen wir Zugang zu den beteiligten Gehirnfunktionen

–        die Funktionen müssen gut aufeinander abgestimmt sein

–        und in verschiedenen Situationen (z.B. Arbeiten od. Prüfung) verfügbar bleiben.

Die ganzen Übungen unterstützen konkret und bei vorerst regelmäßiger Anwendung:

  • Lesefertigkeiten   –   Leseverständnis
  • Denkfertigkeiten wie Buchstabieren/Rechtschreibung/Rechnen und Mathematik
  • Fertigkeiten zum Organisieren (im Sinne von Ordnen)
  • Schreibfertigkeiten /Auge-Hand-Koordination, kreatives Schreiben
  • Gedächtnis und abstraktes Denken   –   Fertigkeiten der Selbstwahrnehmung
  • Überqueren der auditiven Mittellinie: deutliches Hören und Sprechen   – Konzentration